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Das Leben der Anderen Su Turhan

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Initialzündung magisch

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TEILNEHMER-KOMMENTARE (in Auszügen)


"Ein fast magisches Element der Aufstellung ist, dass ich mit meinen Figuren reden und sie Dinge fragen kann, die mir schon lange auf dem Herzen brennen. Ich kann meiner Heldin ins Auge sehen, ihr eine echte, auch indiskrete Herzensfrage stellen, und sie wird mir darauf antworten müssen, in aller Ehrlichkeit, aus der Dynamik der Konstellation heraus. (...) Die Art, wie jemand im Raum steht, enthält fast unbegrenzt viele Informationen. Bei der Drehbuchaufstellung zapfen wir diese Ressourcen an, aktivieren diese feinen Sensoren, und kommen so in einer dreiviertel Stunde oft weiter, als manchmal in einem dreiviertel Jahr."

Florian Henckel von Donnersmarck, Autor/Regisseur, Berlin




"Der Blick durch die Aufstellung auf Stoffe geht mit Achtsamkeit genau da hin, wo die Kraft des Autors herkommt, nämlich zum Herz seiner Geschichte. Es schaut nicht vordergründig da hin, wo es klemmt und behauptet: Falsch, muss man anders machen! Die Aufstellung schaut da hin, wo die Intensität steckt. Dabei wird dem Autor die Kraft der Geschichte und bestenfalls auch seine eigene bewusst. Und das tut es, auch wenn danach eine Anregung für die Weiterarbeit herauskommt und die vielleicht auf einen anderen Weg führt. Das spielt keine Rolle. Das Entscheidende ist der Blick ohne Wertung, eben auch ohne Abwertung."

Yvonne Görlach, Autorin, Darmstadt




"Die Drehbuchaufstellung war eine Art Initialzündung für mein erstes, abendfüllendes Filmprojekt. Sie (...) machte es mir möglich nachzuempfinden, wie sich jeder Einzelne in dieser Familie fühlt, wenn ich diesen Film mache. Im Vergleich zu einer Textvorlage werden bei der Aufstellung die Figuren lebendig und ihre Konstellation hautnah erlebbar. Das ist für jeden Autor ein einmaliges Erlebnis. Die intensive Erfahrung innerhalb dieses Wochenendes ließ mich erahnen, was der Film für meine Protagonisten bedeuten würde und welche Verantwortung ich zu tragen habe."

Maurizius Staerkle Drux, Autor/Dokumentarfilmregisseur, Schweiz




"... eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Wir sind Eigenschaften unserer Projekte in der Tiefe des Raumes "leibhaftig" begegnet, von denen wir vorher bloß eine dunkle Ahnung hatten. Und wir haben als Aufgestellte in den Stoffen anderer gespürt, wie "mächtig" sich das Verfahren der Aufstellung durchsetzt, wie solide und unabhängig von den eigenen Annahmen die Methode funktioniert. Beeindruckend und lehrreich zugleich. Die zukünftigen Filme der WÜSTE Film haben ganz eindeutig einen Schritt nach vorn gemacht."

Ralph Schwingel, Produzent, Wüste Filmproduktion, Hamburg




"Der Kurzfilmstoff 'Nona', mit dem wir in der Drehbuchaufstellung waren, ist inzwischen verfilmt worden. Die Aufstellung war für den Autor und mich eine große Inspiration. Wir waren sehr beeindruckt, wie klar die Impulse der Aufstellung auch ohne Einzelheiten der Handlung waren. Zudem hat uns fasziniert, wie die Figuren sich zur Gewalt hingezogen gefühlt haben, von der Polizei hingegen abgestoßen waren. Das hat uns auf die Idee gebracht, dass die Gewalt ein eigener Protagonist sein könnte, eine Kraft, die eigene Ziele verfolgt und Menschen steuern kann. Diese Erkenntnis war sehr inspirierend für die Drehbucharbeit und auch für die Inszenierung. Vielen Dank noch einmal, dass wir teilnehmen durften."

Michael Wolf, Autor/Produzent, München




"Mit ein paar Tagen Abstand möchte ich dir noch mal Danke sagen. Für eine sehr angenehme Atmosphäre ohne richtig oder falsch, sondern mit Vorschlägen, Fragen, Varianten. Die Aufstellungen haben mir noch mal gezeigt, was ein Stoff alles für Möglichkeiten in sich bergen kann, auf die ich mit meinem zwangsläufig begrenzten Blick gar nicht komme..."

Robert Hummel, Autor, Berlin




"Was seitdem (...) passiert ist, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht für möglich gehalten. Weder war mir klar was die Initialzündung und Neuaufstellung des Projektes im Workshop für die Qualität des Drehbuches bedeuten würde, noch dass es mir dank der Aufstellung gelingen würde, in gerade einmal 9 Wochen nach Seminar-Ende eine ganz neue Inkarnation des Drehbuchs vorzulegen.

Initialzündung und Neuaufstellung - so würde ich tatsächlich das beschreiben was an diesem Wochenende passiert ist. Unfassbar wie (...) die Repräsentanten vor meinen Augen zu den Figuren wurden. Als dann Claudia mit ihren Schlussfolgerungen und Interpretationen ansetzte und dabei das gerade geschehene in Lösungsansätze und in die für Autoren nachvollziehbare Sprache des Schreibens transportierte, wurde dann alles ganz klar und einfach."

Tobias Meinecke, Regisseur/Produzent, e'topia, New York




"... die Aufstellung löste schlagartig den gordischen Knoten und erleichterte die Weiterentwicklung des Projektes. Ich werde es daher jedem Kollegen in einer ähnlichen Situation weiterempfehlen. Selten hat sich für mich als Produzent eine - dazu noch so preisgünstige - Investition bei einer Stoffentwicklung mehr bezahlt gemacht als diese."

Dr. Michael Röhrig, Produzent, BlueScreen Film, München




"... die Stellvertreter benahmen sich einfach wie meine Figuren aus dem Buch. Sie fühlten Liebe und Abscheu, Hass und Mitleid. Einer von ihnen, ein Autor eines anderen Stoffes, den ich nun wirklich anders kannte, fing sogar an zu schluchzen. (...) das sollte man einfach ausprobiert haben, um sich nicht der Chance dieses Weges zu berauben."

Rudolf Schweiger, Produzent/Regisseur, Kaleidoskop Film, München




"...Die Drehbuchaufstellung war für mich ein verblüffendes Erlebnis. Ich habe vor allem die Gefühle meiner Figuren viel besser kennen- gelernt und bin mir sicher, dass mir diese Erfahrung in meiner weiteren Arbeit am Skript helfen wird. Ich habe frischen Elan für eine nächste Drehbuchfassung!"

Simon Groß, Regisseur, München




"...nachdem ich mir zuerst gar nicht vorstellen konnte, wie so eine Aufstellung funktioniert, hat es mich um so mehr überrascht wie einfach die Fragen sind und wie klar die Antworten. Am meisten hat mich beeindruckt, was für starke emotionale Momente entstehen, wenn man sich auf den Platz der Stellvertreter stellt.

Das Einzigartige und Unglaubliche an den Aufstellungen ist, dass die Figuren zu uns sprechen! Und dabei geht es doch beim Schreiben. Viele haben uns gefragt, wie das Wochenende war. Wir haben versucht es zu beschreiben und zu erklären und in verwirrte Gesichter geguckt. Man kann es eben nicht erklären, man muss es machen!"

Barbara Rohm, Autorin/Regisseurin, Berlin




"Krimikomödien wirken meist sehr oberflächlich, wenn man das emotionale Potential in seiner Geschichte nicht erkennt und heraus arbeitet. In meiner Geschichte hatte ich tatsächlich das Problem, es zu erkennen. Komik und Spannung funktionierten hingegen schon sehr gut. Durch die Aufstellung ist sehr deutlich geworden, welche Figur das emotionale Zentrum bildet. Es war daraufhin ein Leichtes, die Schwierigkeit zu meistern."

Tobias Siebert, Drehbuchautor




"Bei der Aufstellung musste ich mitansehen, wie meine Protagonistin eine der männlichen Figuren nicht bei sich haben wollte. Nach dem Schock, kam die Einsicht, dass an unserer Figurenkonstellation etwas nicht stimmt. Als der unerwünschte 'deutsche Freund' gestrichen wurde, kam AYLA auf dem richtigen Weg."

Su Turhan, Autor/Regisseur





TEILNEHMER-KOMMENTARE (ausführliche Erfahrungsberichte)

Florian Henckel von Donnersmarck, Autor/Regisseur, Berlin
Projekt: "Das Leben der Anderen":

"Im Rahmen meines Spielfilm-Studiums an der HFF München hatte ich schon einmal eine Drehbuchaufstellung mitgemacht. Sie hatte mich nicht überzeugt. Dort wurde ich z.B. selber als die Hauptfigur aufgestellt, wodurch das Ganze eine sehr kontrollierte Komponente bekam: Ich konnte die Person so bewegen, wie es mir richtig schien, und wurde somit lediglich in meiner eigenen Sicht der Dinge bestätigt. Ich ging also mit viel Skepsis in die Aufstellung bei den SCRIPT DOCTORS.

Doch schon bald merkte ich, daß hier anders gearbeitet wird.
In einem sehr interessanten Einleitungsgespräch befragten mich Paszek und Gladziejewski zu meinem Buch und zu meinen Ideen.
Als ich darin erklärte, daß für mich das zentrale Thema des Films
"die Menschlichkeit" sei, und in wieweit sich meine Figuren ihre Menschlichkeit auch unter starkem Druck erhalten, beschlossen P & G, dass ich neben den dramatis personae auch die "Menschlichkeit" als Figur aufstellen sollte.

Ich durfte mir aus einem Kreis von ca. 25 sehr unterschiedlichen Teilnehmern selber aussuchen, wer wen darstellen sollte, und welche Eigenschaften. Es war eine Art "Blitzcasting", ein Jahr vor dem Dreh, und schon das war ungemein nützlich: Plötzlich standen Menschen vor mir, aus Fleisch und Blut, die die Namen meiner Charaktere trugen (ab da spricht man sie auch nur noch mit dem Rollennamen an) und sogar ein bißchen so aussahen und waren, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Mit ihnen spielte ich dann, unter der einfühlsamen "Regie" der SCRIPT DOCTORS, den seelischen Verlauf des Films durch.

Wenn da Personen gleichberechtigt im Raum stehen, zusammen mit ihrer "Menschlichkeit", ihrer "Angst" und anderen Abstracta, dann erinnert man sich sehr deutlich daran, daß jede einzelne Person für sich selbst das Zentrum des Universums ist. Plötzlich gibt es keine "Nebenrollen" mehr, genauso wenig wie es "Nebenpersonen" im Leben gibt. Es gibt nur noch Menschen, die man halt weniger oft sieht als andere, die aber genau die gleiche Komplexität haben, wie die besten Freunde.

Ein anderes fast magisches Element der Aufstellung ist, daß ich mit meinen Figuren reden und sie Dinge fragen kann, die mir schon lange auf dem Herzen brennen. Ich kann meiner Heldin ins Auge sehen, ihr eine echte, auch indiskrete Herzensfrage stellen, und sie wird mir darauf antworten müssen, in aller Ehrlichkeit, aus der Dynamik der Konstellation heraus.

Aber woher weiß sie es, wenn sie die Geschichte nicht kennt?
Dazu Folgendes: Jede gute Geschichte, egal ob Märchen, Theaterstück oder Drehbuch hat eine gewisse Unausweichlichkeit in sich: Ab Minute 10 von "Romeo und Julia" wüßte man, auch wenn es einem nicht gesagt würde, daß die beiden über die Klinge springen müssen, um die Geschichte glaubhaft zu machen. Und irgendwie ahnte man doch auch schon in Episode IV, daß Darth Vader der Vater von Luke ist. Als James Earl Jones es am Ende von "Das Imperium Schlägt zurück" tatsächlich sagt, war man zwar schockiert, aber nicht erstaunt. Mit diesem unterbewußten Wissen arbeitet auch die Drehbuchaufstellung. Wir sind viel klüger, als wir in unseren trüben Momenten so denken, wenn wir allein in unserer Schreibstube sitzen. Die Art, wie jemand im Raum steht, enthält fast unbegrenzt viele Informationen. Bei der Drehbuchaufstellung zapfen wir diese Ressourcen an, aktivieren wir diese feinen Sensoren, und kommen so in einer dreiviertel Stunde oft weiter, als manchmal in einem dreiviertel Jahr."






Maurizius Staerkle Drux, Autor/Dokumentarfilmregisseur, Schweiz
Projekt: 'Die Böhms - Architektur einer Familie'

Die Drehbuchaufstellung war eine Art Initialzündung für mein erstes, abendfüllendes Filmprojekt. Sie half mir, mich von einer textlichen Grundlage zum eigentlichen Dreh vorzubereiten. Im Seminar hatte ich die Möglichkeit meine Protagonisten und mich selbst aufzustellen. Ich konnte mich im Netz dieser komplexen Familien- und Drehsituation selbst beobachten, meine Protagonisten zu ihren innersten Bedürfnissen befragen und meine Vermutungen auf Wahrhaftigkeit prüfen, gar widerlegen. Die Aufstellung machte es mir möglich nachzuempfinden, wie sich jeder Einzelne in dieser Familie fühlt, wenn ich diesen Film mache. Im Vergleich zu einer Textvorlage werden bei der Aufstellung die Figuren lebendig und ihre Konstellation hautnah erlebbar. Das ist für jeden Autor ein einmaliges Erlebnis.

Die intensive Erfahrung innerhalb dieses Wochenendes ließ mich erahnen, was der Film für meine Protagonisten bedeuten würde und welche Verantwortung ich zu tragen habe. Das fällt mir jetzt drei Jahre später besonders stark auf, nachdem der Film im Kino angelaufen ist. Die Familie erfährt eine gewisse Öffentlichkeit. Zwar ist das Projekt längst abgeschlossen, doch der Film entfacht seine eigentliche Wirkung erst mit dem Publikum. Es entsteht ein Diskurs zwischen den Menschen, die ins Kino gehen und der Familie Böhm. Daran teilzuhaben, ist für mich als Dokumentarfilmer etwas vom Schönsten.






Ralph Schwingel, Produzent, Wüste Filmproduktion, Hamburg:

"Für uns - WÜSTE Film - war's ein Experiment. Fröhlich aber skeptisch angereist mit unseren Stoffen, haben wir unsere Projekte aufstellen lassen und uns selbst aufgestellt in die Projekte anderer hineingefühlt. Und aus beidem wurde eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Wir sind Eigenschaften unserer Projekte in der Tiefe des Raumes "leibhaftig" begegnet, von denen wir vorher bloß eine dunkle Ahnung hatten. Und wir haben als Aufgestellte in den Stoffen anderer gespürt, wie "mächtig" sich das Verfahren der Aufstellung durchsetzt, wie solide und unabhängig von den eigenen Annahmen die Methode funktioniert. Beeindruckend und lehrreich zugleich.
Vom Fußball wussten wir schon lange, wie wichtig es war, den ganzen Raum zu nutzen, bei der Stoffentwicklung war uns das neu. Die zukünftigen Filme der WÜSTE Film haben ganz eindeutig einen Schritt nach vorn gemacht."






"Als ich mich relativ spontan für Claudias und Rainers fabelhaftes Seminar der Drehbuchaufstellung angemeldet hatte, war ich eigentlich ziemlich ohne Erwartung. Ursprünglich wollte ich sogar ein anderes gerade neu angefangenes Projekt einbringen und entschied mich erst in letzter Sekunde dafür statt dessen mein Projekt EVIE'S APPLE einzubringen. Eine 'goldrichtige' Entscheidung. Dieses Projekt hing seit einiger Zeit in einem seltsamen Stadium fest, wollte nicht sterben aber irgendwie auch nicht ins Leben kommen.

Nun, was seit dem - auf dem Papier nur bisher, aber darum ging es ja - passiert ist, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht für möglich gehalten. Weder war mir klar was die Initialzündung und Neuaufstellung des Projektes im Workshop für die Qualität des Drehbuches bedeuten würde, noch dass es mir dank der Aufstellung gelingen würde, in gerade einmal 9 Wochen nach Seminar-Ende eine ganz neue Inkarnation des Drehbuchs vorzulegen.

Eine meiner 'Befürchtungen' vor dem Workshop war, dass wir nach 8 Fassungen - teilweise mit mehreren Co-Autoren - die Dinge eher verschlimmbessern würden, statt wirklich zu verbessern. Das kennt man ja. Plötzlich liegen alle Einzelteile vor einem auf dem Tisch und man weiß gar nicht mehr wie man sie wieder zusammen bekommen soll. Die zweite innere Hürde war, dass die im Markt befindlichen Fassung ja in weiten Teilen sehr gut funktionierte und ja auch eine ganze Reihen von Partnern bereits überzeugt hatte, die wir nicht verlieren wollten. Und ehrlicherweise gab es dann noch eine dritte Hürde. Mehr als etwas an Dialogen rumdoktern, einzelne Szenen schleifen oder durch andere ersetzen fiel mir auch nicht mehr ein. Oder kurz gesagt, das ganze siechte vor sich hin und war auf den sicheren Weg auf den Friedhof der fast realisierten aber dann doch verkümmerten Projekte.

Initialzündung und Neuaufstellung - so würde ich tatsächlich das beschreiben was an diesem Wochenende passiert ist. Am Ende machte die Aufstellung sichtbar, dass es eigentlich nur zwei - allerdings elementare - Aspekte des Buch waren, die sehr subtil ungünstigen Einfluss auf alles andere nahmen und behinderten bzw. belasteten. Das Thema und eine Beziehung.

Dabei war ein genialer Schachzug von Claudia und Rainer, sowohl die Grundkonstellation der Geschichte, des Themas und der Figuren aufzustellen als auch das Projekt selbst und seiner Wahrnehmung im Markt und beim Zuschauer - da ich als Hauptautor und Regisseur alleine die Wahrnehmung eben nicht mehr hatte.

Unfassbar wie Rainer die Repräsentanten dazu brachte zu artikulieren was an einer Konstellation sich richtig oder falsch anfühlte, und diese dann subtil dazu brachte Korrekturen vorzunehmen, was soweit ging dass mehrere Repräsentanten vor meinen Augen zu den Figuren wurden und dass von einem Repräsentanten ein neues Thema formuliert wurde.

Wenn dann Claudia mit ihren Schlussfolgerungen und Interpretationen ansetzte und dabei das gerade geschehene in Lösungsansätze und in die für Autoren nachvollziehbare Sprache des Schreibens transportierte, wurde dann alles ganz klar und einfach."

Tobias Meinecke, Regisseur/Produzent, e'topia, New York





Dr. Michael Röhrig, Produzent, BlueScreen Film, München
Projekt: "Konzert für die linke Hand":

"Als ich von den Aufstellungen erfuhr, war ich zwiegespalten. Einerseits reizte mich der Gedanke, sich über Blockaden bei Drehbuchentwicklungen klar zu werden und diese damit überwinden zu können, andererseits konnte ich mir nicht recht vorstellen, wie das funktionieren soll, wenn die Teilnehmer so gut wie nichts über die Geschichte wissen, um die es geht.

Als ich dann die Figuren meines Stoffes "Konzert für die linke Hand" aufstellte war ich überrascht, wie viele Defizite und Fehlein- schätzungen mir dadurch klar wurden, an denen wir bislang herumgedoktert hatten. Figuren, die man dramatisch unterschätzt hatte, gewannen an Bedeutung, und umgekehrt.

Jedenfalls löste es schlagartig den gordischen Knoten und erleichterte die Weiterentwicklung des Projektes. Ich werde es daher jedem Kollegen in einer ähnlichen Situation weiterempfehlen. Selten hat sich für mich als Produzent eine - dazu noch so preisgünstige - Investition bei einer Stoffentwicklung mehr bezahlt gemacht als diese."






Rudolf Schweiger, Produzent/Regisseur, Kaleidoskop Film, München
Projekt: "Sniper's Valley":

"Mit großer Neugier, jedoch gepaart mit einem gesunden Misstrauen, habe ich die Drehbuchaufstellung von Dr. Claudia Gladziejewski und Herrn Paszek besucht. Ich hatte schon viel Wundersames über diese Art der dramaturgischen Herangehensweise an ein Drehbuch gehört, konnte mir aber eigentlich bis dahin keinen Reim darauf machen.
Um ehrlich zu sein: Ich dachte, da ist was faul.

Die Sitzung begann, wie ich befürchtet hatte, mit einer kreisförmigen Sitzanordnung nach Muster von Therapiegruppen. Bei den Aufstel-lungen anderer Anwesender, bei denen ich als "Stellvertreter" agieren sollte, überlegte ich, ob ich das wohl kann. Man wird irgendwie im Raum aufgestellt, rumgeschoben und hingedreht und soll dann etwas über sein Befinden und seine Sympathiewerte den anderen Stellvertretern gegenüber aussagen. Was ich empfand, sagte ich und war überrascht, dass die Aufstellungsleiter daraus irgendwelche mir nicht erkennbaren Schlüsse ziehen konnten.

Als ich dann selbst an der Reihe war, meinen Stoff aufzustellen - meine Zurückhaltung der Methode gegenüber hatte sich nicht wesentlich verändert -, suchte ich unter den Anwesenden Stell- vertreter für die Rollen in meinem Buch aus. Ich sollte dazu meinen Kopf ausschalten und intuitiv vorgehen. Außerdem sollte ich den Leuten noch nicht mal was von meinem Stoff erzählen. Die Stellver- treter wussten nur ihren Figurennamen, hatten jedoch keine Ahnung von der Handlung und kannten auch nicht das Thema. Es handelte sich um eine so genannte 'verdeckte Aufstellung'.

Was dann geschah, kann ich mir bis heute nicht erklären.
Die Stellvertreter benahmen sich einfach wie meine Figuren aus dem Buch. Sie fühlten Liebe und Abscheu, Hass und Mitleid. Einer von ihnen, ein Autor eines anderen Stoffes, den ich nun wirklich anders kannte, fing sogar an zu schluchzen. Das alles löste bei mir endgültig Verwirrung aus. Ich musste mit all meiner Skepsis kapitulieren. Was hier ablief, war mein Film, nur in Varianten, die ich bislang einfach noch nicht gesehen hatte. Es ergaben sich aus den Charakteren heraus Konstellationen, die meinem Drehbuch voll entsprachen. Und wo sie davon abwichen, waren diese Abweichungen nicht willkürlich, sondern logisch!

Das sollte man einfach mal ausprobiert haben - um sich nicht der Chance dieses Weges zu berauben."






Barbara Rohm, Autorin/Regisseurin, Berlin
Projekt: "Blutsbande":

"Nachdem ich mir zuerst gar nicht vorstellen konnte, wie so eine Aufstellung funktioniert, hat es mich um so mehr überrascht wie einfach die Fragen sind und wie klar die Antworten. Am meisten hat mich beeindruckt, was für starke emotionale Momente entstehen, wenn man sich auf den Platz der Stellvertreter stellt. Meine Sorge, dass man sich die Aussagen und ´Ergebnisse` der Aufstellung nicht merken kann und man sie dokumentieren müsse, war ganz unberechtigt. Die entscheidenden Botschaften sind im Inneren
abgespeichert.

Ein paar Tage hat es gedauert, bis wir wieder auf dem Boden gelandet sind. Das war ein sehr intensives und bereicherndes Wochenende. Abgesehen von den Erkenntnissen für unseren Stoff - die uns ja ganz unverschleiert "präsentiert" wurden - war ganz deutlich zu spüren, wie wichtig es für die Geschichten ist, sich in die Figuren einzufühlen und mit mehr Achtsamkeit mit ihnen umzugehen. Viel zu oft ist man versucht die Figuren irgendwo hinzudrängen anstatt ihnen zuzuhören. Das Einzigartige und Unglaubliche an den Aufstellungen ist, dass die Figuren zu uns sprechen! Und dabei geht es doch beim Schreiben.
Viele haben uns gefragt, wie das Wochenende war. Wir haben versucht es zu beschreiben und zu erklären und in verwirrte Gesichter geguckt. Man kann es eben nicht erklären, man muss es machen!"

Einer der Stellvertreter aus der Aufstellung zu "Blutsbande":

"Ich wurde zu meinem Erstaunen von einem Kollegen als 'Gruppe Neonazis' auserkoren. Blöd gelaufen für den Autor, dachte ich mir noch, denn das kann gar nicht glaubwürdig rüberkommen. Ich und Neonazi? Niemals. Doch kaum wurde ich in die 'Drehbuchszene' aufgestellt, überkam mich aus dem tiefsten Inneren, an einem Ort, den ich so nicht kannte, ein warmes, wohliges Gefühl als sei ich Zuhause bei der Familie. Ich war erfüllt von Geborgenheit und Zugehörigkeit, auch ein klares Bewusststein über das, was Gut und was Böse ist, machte sich in mir breit. Ich fühlte mich stark, im Recht und wusste verdammt genau, wie die Welt funktioniert. Die Entscheidung, wie ich als Neonazi zu handeln hatte, war allzu deutlich. Erst zuhause, nach der warmen Dusche und den Beteuerungen, dass nicht ich, sondern der Stellvertreter diese Gefühle hatte, stellte sich eine beklemmende Beruhigung ein. Für mich war das als Mensch eine unglaubliche Erfahrung und als Filmemacher wurde mir eindrucksvoll vor Augen geführt, dass man über die Haltung der Figuren zur passenden Dramaturgie kommt."






Su Turhan, Autor/Regisseur, München
Projekt: "Ayla":

"Bei der Aufstellung einer Schlüsselszene musste ich mitansehen, wie Ayla eine der männlichen Figuren nicht bei sich haben wollte. Sie hat im wahrsten Sinne des Wortes geweint und sich gesträubt, wollte nichts wissen von dem 'deutschen Freund', den sie sich nie und nimmer ausgesucht hätte. Nach dem Schock, kam die Einsicht, dass an unserer Figurenkonstellation etwas nicht stimmt. Als der unerwünschte Freund gestrichen wurde, kam AYLA auf dem richtigen Weg, um als dramatische Liebesgeschichte kraftvoll erzählt werden zu können."



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